Clipper nachfüllen: Anleitung, Gas und Feuerstein wechseln
Tobias Haist
Zwei Wochen nach dem Kauf ist das Feuerzeug weg. Niemand hat es genommen, es ist einfach in einer anderen Hosentasche gelandet.
Das passiert, weil ein schwarzes Standardfeuerzeug von tausend anderen nicht zu unterscheiden ist. Ein Clipper ist von Haus aus für das Gegenteil gebaut: Man füllt es nach, tauscht den Zündstein und behält es. Damit das aufgeht, muss man wissen, wie beides geht und welche Fehler dabei häufig sind. Wer sein Clipper selbst gestalten lässt, hat außerdem den Vorteil, dass die Verwechslung gar nicht erst passiert.
Wie füllst du ein Clipper richtig nach?
Das Ventil sitzt unten am Boden. Du drückst die Gasdose senkrecht darauf und gibst kurze Stöße, keinen Dauerdruck.
Zwei Dinge entscheiden darüber, ob es funktioniert. Das erste: nicht überfüllen. Weniger ist hier tatsächlich mehr, und mehrere kurze Stöße sind besser als ein langer. Läuft Gas seitlich am Ventil heraus, ist die Hülse voll und du hörst auf.
Das zweite ist der Fehler, den fast jeder einmal macht: Zünde nicht sofort nach dem Befüllen. Gib dem Feuerzeug einen Moment. Das Gas steht direkt nach dem Umfüllen unter Druck und ist ausgekühlt, außerdem hängen noch Reste am Ventil. Wer in diesem Zustand das Reibrad dreht, bekommt eine deutlich größere Flamme als erwartet. Warte kurz, dann zündet es normal.
Beides klingt banal. Es sind trotzdem die zwei Punkte, an denen es in der Praxis hakt.
Welches Gas gehört in ein Clipper?
Gefiltertes Butangas. Das ist die kurze Antwort, und sie ist bei einem Clipper wichtiger als bei einem Wegwerffeuerzeug.
Der Grund liegt in der Rechnung dahinter. Ein Einwegfeuerzeug benutzt du, bis es leer ist, danach ist es ohnehin vorbei. Bei einem Clipper hast du vor, dasselbe Teil jahrelang zu behalten. Ungefiltertes Billiggas hinterlässt Rückstände im Ventil, und ein verstopftes Ventil ist der eine Defekt, den du an einem Clipper nicht selbst beheben kannst. Zündstein wechseln kannst du. Ventil reinigen nicht.
Der Preisunterschied zwischen gefiltertem und ungefiltertem Gas liegt im Cent-Bereich pro Füllung. Gemessen daran, dass davon die Lebensdauer des ganzen Feuerzeugs abhängt, ist das die einfachste Entscheidung in diesem Beitrag.
Wie lange hält eine Füllung?
Hier bekommst du von uns keine Zahl, und das ist Absicht.
Wer täglich zwanzigmal zündet, ist in zwei Wochen durch. Wer das Feuerzeug für Kerzen am Wochenende benutzt, kommt Monate damit aus. Jede Angabe wie „hält 3.000 Zündungen" ist eine Laborzahl und beschreibt niemandes Alltag. Realistisch bewegt sich eine Füllung zwischen mehreren Wochen und mehreren Monaten, abhängig allein davon, wie oft du sie brauchst.
Verlässlicher ist das Verhältnis der beiden Verschleißteile zueinander: Der Feuerstein hält ein Vielfaches länger als eine Gasfüllung. Du wirst also mehrfach nachfüllen, bevor der Zündstein überhaupt zum Thema wird. Wenn das Reibrad irgendwann keine Funken mehr wirft, obwohl Gas hörbar austritt, ist der Moment gekommen.
Wie wechselst du den Feuerstein?
Zieh den Zündsteinhalter unten aus dem Feuerzeug heraus. Das ist der kleine Stift neben dem Ventil, und er lässt sich mit den Fingern greifen.
Im Stift steckt der Feuerstein, gehalten von einer kleinen Feder. Alten Stein herausnehmen, neuen einsetzen, Stift zurückschieben. Das dauert weniger als eine Minute und braucht kein Werkzeug.
Genau diese Konstruktion ist der Grund, warum das Clipper existiert. Die meisten Gasfeuerzeuge sind verschweißt und am Ende ihres Zündsteins am Ende ihres Lebens. Beim Clipper tauschst du ein Teil für ein paar Cent und benutzt das Feuerzeug weiter.
Was kann das Clipper außer anzünden?
Der herausziehbare Zündsteinhalter hat einen zweiten Zweck. Der Stift eignet sich zum Stopfen, und weil er im Feuerzeug steckt, hast du das Werkzeug automatisch dabei. Kein zusätzliches Teil, das man vergessen kann.
Dazu kommt das Verhalten der Flamme. Hältst du das Feuerzeug nach unten, wird die Flamme ein Stück größer, weil mehr flüssiges Gas an die Düse gelangt. Sobald du es wieder aufrichtest, ist die Flamme normal. Kein Trick, sondern schlicht eine Eigenschaft der Bauweise.
Praktischer ist der zweite Effekt beim Neigen: Die Flamme steht weiterhin im gleichen Winkel zum Feuerzeug. Du kannst es also schräg halten, ohne dass dir die Flamme über die Finger läuft. Bei Kerzen im Glas oder tief sitzenden Dochten merkt man den Unterschied sofort.
Übersteht eine Gravur das Nachfüllen?
Ja, ohne Einschränkung. Weder das Gas noch der Befüllvorgang haben Einfluss auf eine Lasergravur.
Das liegt daran, was eine Gravur ist. Unser Faser-Laser trägt die oberste Schicht des Metalls ab und hinterlässt die Markierung im Material selbst. Da liegt nichts obendrauf, was ein Lösungsmittel angreifen oder ein Gasstoß ablösen könnte. Auch nach dem zwanzigsten Nachfüllen sieht die Gravur aus wie am ersten Tag.
Für den Soft-Touch-Clipper gilt dasselbe. Dein Motiv sitzt dort als laminierter Premium-Sticker auf der gummierten Oberfläche, und die Laminierung hält dem Befüllen problemlos stand. Welche der beiden Varianten zu welchem Motiv passt, steht ausführlich im Vergleich Gravur oder Foto beim Clipper.
Damit fällt der einzige Einwand weg, den man gegen ein personalisiertes Feuerzeug haben könnte. Es ist kein empfindliches Schaustück, sondern ein Gebrauchsgegenstand, den du behandelst wie jedes andere Clipper auch.
Was unterscheidet ein Metall-Clipper von einer Metallhülle?
Diesen Abschnitt solltest du lesen, bevor du irgendwo ein Metall-Clipper bestellst. Unter derselben Bezeichnung werden nämlich zwei verschiedene Dinge verkauft.
Die eine Variante ist eine Metallhülle, in die ein gewöhnliches Kunststoff-Clipper hineingesteckt wird. Ist der Einsatz leer, ziehst du ihn heraus und steckst einen neuen hinein. Das funktioniert, aber das Feuerzeug in deiner Hand ist weiterhin das Standardteil, nur mit einem Mantel drumherum.
Die andere Variante ist ein durchgehendes Metallgehäuse. Kein Einsatz, keine Hülle, sondern ein Feuerzeug aus Metall. Genau das verkaufen wir. Der Metall-Clipper wiegt spürbar mehr, liegt anders in der Hand und ist das Teil, das die Gravur trägt. Nachfüllen und Zündstein wechseln funktionieren dabei genauso wie oben beschrieben.
Mitgeliefert wird eine Metallbox mit Schaumstoff-Inlay. Falls das Feuerzeug ein Geschenk werden soll, brauchst du also keine Verpackung mehr.
Häufige Fragen
Kann man ein Clipper nachfüllen?
Ja, dafür ist es gebaut. Das Ventil sitzt unten am Boden, du drückst die Gasdose senkrecht darauf und gibst mehrere kurze Stöße statt eines langen. Danach kurz warten, bevor du zündest. Neben dem Gas lässt sich auch der Feuerstein tauschen, was das Feuerzeug praktisch unbegrenzt nutzbar macht.
Warum brennt mein Clipper nach dem Nachfüllen so hoch?
Weil du zu früh gezündet hast. Direkt nach dem Befüllen steht das Gas unter Druck und am Ventil hängen noch Reste, beides führt zu einer größeren Flamme als gewohnt. Lass dem Feuerzeug einen Moment Zeit, danach zündet es wieder normal. Ein Defekt ist das nicht.
Welches Gas nimmt man für ein Clipper?
Gefiltertes Butangas. Ungefiltertes Billiggas hinterlässt Rückstände im Ventil, und ein verstopftes Ventil kannst du im Gegensatz zum Feuerstein nicht selbst beheben. Der Aufpreis für gefiltertes Gas liegt bei Cent pro Füllung und entscheidet darüber, wie lange du das Feuerzeug behältst.
Wie oft muss man den Feuerstein wechseln?
Deutlich seltener als du nachfüllst. Der Feuerstein hält ein Vielfaches einer Gasfüllung, du wirst also mehrfach Gas nachlegen, bevor er zum Thema wird. Erkennbar ist der Zeitpunkt daran, dass das Reibrad keine Funken mehr wirft, obwohl hörbar Gas austritt.
Kann man ein Foto auf ein Metall-Clipper bringen?
Nein. Auf dem Metall-Clipper ist ausschließlich Lasergravur möglich, also Text und Emojis. Für Fotos und farbige Motive gibt es die Soft-Touch-Variante, bei der das Motiv als laminierter Sticker aufgebracht wird. Welche der beiden zu deinem Motiv passt, hängt allein davon ab, ob Farbe im Spiel ist.
Ein Clipper nachfüllen ist am Ende eine Sache von Sekunden: kurze Stöße aufs Ventil, einen Moment warten, zünden. Wer dazu gefiltertes Gas nimmt und den Zündstein tauscht, statt das Feuerzeug wegzuwerfen, hat viele Jahre etwas davon. Und wenn der eigene Name darauf steht, findet es meistens auch von allein wieder nach Hause.